Verarbeitungsmethoden
Für jede Shop-Einrichtung stehen verschiedene, individuell anpassbare Verarbeitungsmethoden zur Verfügung. Jede Methode steuert einen spezifischen Datenaustausch mit dem Webshop – beispielsweise gibt es eine Methode für das Abrufen von Shop-Aufträgen und eine andere für den Export von Artikeldaten.
Die Verarbeitungsmethoden definieren, welche Daten zwischen dem Shop und Business Central ausgetauscht werden. Dabei wird bis auf Feldebene festgelegt, wie Anfragen an den Shop erstellt und wie die Antworten verarbeitet werden.
Um den manuellen Einrichtungsaufwand zu minimieren, werden vollständig konfigurierte Verarbeitungsmethoden automatisch bei der Anlage einer Shop-Einrichtung erstellt. Diese können projektspezifisch angepasst werden, um Details zu verändern. Für größere Änderungen, die auch den Prozess betreffen, ist es möglich, Verarbeitungsmethoden zu deaktivieren und durch eigene Methoden zu ersetzen.
Es gibt zwei Arten von Verarbeitungsmethoden:
- Export: Business Central überträgt Daten an den Shop.
- Import: Business Central ruft Daten aus dem Shop ab.
Neben individuell konfigurierbaren Verarbeitungsmethoden existieren auch technisch notwendige Standardmethoden, die zunächst ausgeblendet sind. Diese können über die Option [Nicht editierbare Verarbeitungsmethoden zeigen] sichtbar gemacht werden. So erhält man einen vollständigen Überblick über alle im System verfügbaren Verarbeitungsprozesse.
Daten zum Shop exportieren
Beim Export von Daten aus Business Central in den Shop werden die relevanten Informationen gesammelt und in einer Anfrage an den Shop übertragen.
Über die Aktion [Request Body] wird festgelegt, welche Daten genau übermittelt werden. Neben den technischen Details der Anfrage wird durch eine Platzhalterlogik definiert, wie sich die Anfrage in Abhängigkeit von den Daten gestaltet.
Im Request Body stehen Werte in geschweiften Klammern als Platzhalter, die zur Laufzeit mit den tatsächlichen Werten ersetzt werden. Diese Platzhalter sind in der Platzhalterzuweisungstabelle hinterlegt, wo definiert ist, wie sie befüllt werden.
Das Feld [Pflichtfeld] sorgt bei der Zuweisungsart [Feldzuweisung] dafür, dass in Business Central ein Fehler ausgelöst wird, wenn das zugewiesene Feld leer ist. Die Prüfung läuft auch, wenn es sich um einen Platzhalter handelt, der nur zur Erstellung des Datensatzes im Shop verwendet wird.
Das Feld [Valide JSON-Struktur] zeigt an, ob der definierte Request Body eine korrekte JSON-Struktur enthält. Zur Fehleranalyse kann die Funktion [Request Body Vorschau] genutzt werden, um den Request Body mit Beispielwerten zu füllen und auszugeben.
Beispiel aus dem Screenshot:
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Der Platzhalter „productNumber“ wird zur Laufzeit mit dem Inhalt des Feldes Nr. aus dem Artikel, also der Artikelnummer, gefüllt.
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Der Platzhalter „ean“ wird zur Laufzeit basierend auf den Artikelreferenzen mit dem definierten Barcode gefüllt. Eine direkte Zuweisung über ein Feld ist hier nicht möglich, da nur auf die direkten Felder des Artikeldatensatzes zugegriffen werden kann.
Die verfügbaren Zuweisungsarten können projektbezogen erweitert werden und sind abhängig von den im System installierten Apps. Der genaue Funktionsumfang einer Zuweisungsart kann direkt über die in Business Central hinterlegte Beschreibung eingesehen werden.
Da diese Einrichtungen direkte Auswirkungen auf die Anfragen an den Webshop haben, müssen alle vorgenommenen Änderungen stets im Testsystem überprüft werden. Zudem ist sicherzustellen, dass die Änderungen der Schnittstellenbeschreibung des Shopsystems entsprechen.
Platzhalter zur Erstellung
Platzhalter, die zur Erstellung definiert werden, werden nur einmalig bei der Anlage des Datensatzes im Shop verwendet. Sobald der Business Central Datensatz mit dem Shop Datensatz verknüpft ist, wird der Platzhalter nicht mehr genutzt. Dies ermöglicht beispielsweise, dass eine Artikelbeschreibung einmalig in den Shop übertragen wird und anschließend nur noch im Shop gepflegt wird.
Daten vom Shop abrufen
Beim Abrufen der Daten aus dem Shop wird eine Anfrage gestellt, um die gewünschten Informationen zu erhalten. Diese Informationen werden anschließend weiterverarbeitet, beispielsweise durch das Anlegen eines neuen Datensatzes in Business Central. Zur Konfiguration dieser Verarbeitung gibt es in den Verarbeitungsmethoden für den Datenimport die Aktion [Response Verarbeitung].
Der [Feldtoken Pfad] gibt an, welche spezifischen Felder aus der Antwort des Shops in Business Central verarbeitet werden sollen. Die [Zuweisungsart] legt fest, wie diese Felder in Business Central weiterverarbeitet werden.
Beispiel aus dem Screenshot:
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Der Inhalt des Feldes [billingAddress.city] aus der Shop-Antwort wird in das Feld [Rech. an Ort] in Business Central übertragen.
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Bei der Verarbeitung des Feldes [currencyId] reicht eine einfache Feldzuweisung nicht aus, da hier eine abstrakte ID übergeben wird, die intern im Shop verwendet wird. Die Zuweisungsart steuert, dass diese ID über eine Mapping-Tabelle in Business Central verarbeitet wird. Der gemappte Wert wird dann in das Feld [Währungscode] geschrieben.
Die verfügbaren Zuweisungsarten können projektbezogen erweitert werden und sind abhängig von den im System installierten Apps. Der genaue Funktionsumfang einer Zuweisungsart kann direkt über die in Business Central hinterlegte Beschreibung eingesehen werden.
Zur Ermittlung des Shop-Feldes aus der Antwort wird technisch die „JPath-Logik“ verwendet.
Der Zugriff auf die Shop Felder der Antwort über den Feldtoken Pfad hängt vom Aufbau der Antwort ab. Deshalb müssen alle Änderungen stets im Testsystem überprüft werden. Zudem ist sicherzustellen, dass die Änderungen der Schnittstellenbeschreibung des Shopsystems entsprechen.
Auslöser der Verarbeitungsmethoden
Da die Prozesse, die eine Kommunikation mit dem Webshop auslösen, sehr unterschiedlich sind, gibt es verschiedene Kriterien, die den Start der Verarbeitungsmethoden steuern. Diese Kriterien sind grundsätzlich durch die Verarbeitungsmethode vorgegeben, können jedoch individuell in den Einstellungen angepasst werden.
Periodische Verarbeitung
Wenn die in den Shop übertragenen Daten in Business Central in verschiedenen Tabellen gespeichert sind, stellt die periodische Verarbeitung sicher, dass Änderungen zuverlässig an den Shop übermittelt werden. Das [Ausführungsintervall] kann individuell festgelegt werden, um zu bestimmen, wie oft die Verarbeitungsmethode ausgeführt wird. Die Aufgabenwarteschlangen sollten so eingerichtet sein, dass diese Intervalle eingehalten werden.
Zusätzlich lässt sich über das Feld [Trigger Filterbedingung] einschränken, welche Datensätze für den Shop relevant sind. Beim Export von Artikeldaten kann beispielsweise konfiguriert werden, dass nur Artikel berücksichtigt werden, bei denen das Feld „Webshopartikel“ aktiviert ist.
Erstellter oder geänderter Datensatz
Wenn die zu übertragenden Daten ausschließlich aus einer Tabelle stammen, ermöglicht die Ausführungsrichtlinie „Erstellter oder geänderter Datensatz“, dass Änderungen unmittelbar an den Shop gesendet werden. Dabei wird geprüft, ob seit der letzten Verarbeitung neue oder geänderte Datensätze in der definierten Tabelle vorhanden sind. Diese werden dann im Shop entsprechend aktualisiert.
Zudem können tabellenspezifische Filter hinterlegt werden, um die zu verarbeitenden Datensätze weiter einzugrenzen.
Keine Periodische Verarbeitung
Für einmalige Prozesse oder Verarbeitungsmethoden, die durch andere Verarbeitungsmethoden gestartet werden, ist keine periodische Ausführung vorgesehen.



